Chile und Mote con Huesillo

Auch wenn schon die vierte Woche im neuen Jahr angefangen hat, so wünschen wir Euch noch ein gesundes, neues, erfolgreiches, freudiges und glückliches Jahr 2016.
Wir sind seit gestern zurück aus dem Urlaub. Dieses Mal war Chile unser Ziel. Die letzten vier Wochen sind wir von Nord nach Süd durchs Land getourt. Von Wüste über Ozean und Seen bis zu Bergen mit Gletschern und Eis war alles dabei. Ein tolles Land, in dem es viel zu sehen gibt.

Wie immer, versuchen wir auch ein Land kulinarisch zu bereisen. Chile ist dabei gar kein so großer Unterschied zu uns. Die Einflüsse der früheren europäischen Einwanderer sind doch stark zu spüren. Hier wird sehr auf Fleisch als Hauptkomponente beim Essen gesetzt, ob als Grillplatte oder in Form eines Hamburgers. Wer ein gutes Steak sucht, kommt ebenfalls auf seine Kosten.
Die Vorzüge des langgestreckten Staates am Pazifik sind sicherlich die ständige Nähe zu fangfrischen Fisch. Ceviche, roher Fisch in Limettensaft mariniert, ist eines unserer Lieblingsspeisen geworden. Überall im Land wird es doch leicht anders gegessen. Nicht nur die Marinaden unterscheiden sich, auch verschiedene Fische, Meeresfrüchte und Seegras kommen zum Einsatz.
Quinoa, noch wenig bekannt in Deutschland, wird in den Anden angebaut und ist in Chile als Beilage und Salat beliebt. Die Fusion-Variante als Risotto hat uns besonders gefallen. Eine Vorstellung des Restaurants, in dem wir es gegessen haben, wird es bald geben. Aber wir wollen uns daran auch persönlich wagen und versuchen, zu Hause nach zu kochen.
Als das „Nutella aus Chile“ lernten wir Manjar (in anderen südamerikanischen Staaten als dulce de leche bekannt) kennen, eine leckere Creme aus Milch, Zucker und Vanille. Sie wird zum Frühstück auf Brötchen gegessen und kommt ebenfalls bei Desserts und in leckeren Torten zum Einsatz. Da mussten wir uns direkt ein Glas mit nach Hause bringen. Auch unter den Gebäcken haben die Einwanderer ihre Einflüsse hinterlassen. So gibt es in der Seenregion immer noch „Kuchen“ von den deutschen Vorfahren und Churros aus Spanien dürfen nicht fehlen.

Ein Sommergetränk, das wir nicht kannten und in Chile überall in den Straßen verkauft wird, ist Mote con Huesillo. Ein karamelliges Getränk, das aus getrockneten Pfirsichen hergestellt wird. Die Pfirsiche werden eingeweicht und in einer Zucker-Wasser-Mischung gekocht. Die dunkle Farbe der Flüssigkeit wird durch Beimischung von Karamell erzeugt. Alles zusammen wird wieder gekühlt. Dazu gibt es gekochten Weizen oder Buchweizen. Zum Servieren wird der Weizen in einen Becher gefüllt, ein bis zwei Pfirsichhälften darauf gegeben und der Becher mit der karamelligen Flüssigkeit aufgefüllt. Wir können nur sagen, ungewöhnlich für deutsche Gaumen, aber lecker. Trotz der Süße erfrischend und durch den Weizen auch ein bisschen sättigend.

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